Tag 131: Floja Foundation Lodge and Campsite – Mushroom Farm

 

Der Schwarzmarkt bietet für Dollar oder Euro im Moment den fast doppelten Satz im Vergleich zum offiziellen Wechselkurs. Wie also kommen wir an Bargeld? Bei der Durchfahrt von Karonga hatten wir das vorgestern nicht so richtig realisiert, die nächste Möglichkeit wäre Mzuzu in ein paar Tagen. Zu spät. Also fährt jemand für uns mit dem Bus nach Karonga (knapp 40 km) und wechselt uns 200 USD. 

Somit haben wir einen Vormittag zu vertrödeln, schneiden Wolle die Haare, und hören von Bulle, dem Security Mitarbeiter des Resorts, ein paar nette Geschichten.

Was über dem See aussieht wie schwere Regenfälle sind Schwärme kleinster Insekten (wie frisch geschlüpfte Mücken). Die Leute fangen die mit Keschern aus Bast, formen eine Art teigige Kugel, wickeln diese in Blätter und garen bzw. trocknen sie. Kann man dann essen :-)

Die Fischer Malawis und Tansanias treffen sich ab und zu auf dem See, um miteinander Feste zu feiern – Grenzen hin oder her.

Gegen 12:30 kommen wir dann los, gut dass wir nur eine kurze Strecke von rund 60 km vor uns haben. Die aber hat es auf den letzten 9 km in sich. Steinig mit Haarnadelkurven, ein paar ausgewaschene Stellen und ein paar Engen z. B. wg Geröll oder einem umgestürzten Baum. Ein paar Kurven sind aber auch geteert oder mit Betonplatten versehen. Alles in allem machbar aber schneckenlangsam und etwas herausfordernd. 

Leider haben wir kurz vor der Mushroom Farm ein unschönes Erlebnis. 

Hinter uns taucht ein Landrover auf. Es dauert ein wenig, bis sich eine Stelle anbietet an der wir zur Seite fahren können. Beim Überholen eiert der Landrover so, dass sein Dachgepäckträger gegen unser Auto knallt und die Markisenhülle aufreißt. Ein Segen kein sonstiger Schaden, wie wir später feststellen.

Und wie es die Eigenart mancher Menschen ist, die einen Fehler gemacht haben, wird der Typ (Weißer mit Bierbauch) aggressiv. Wir hätten ihn seit einer halben Stunde nicht vorbeigelassen (wir wissen von unseren Fotos ganz sicher dass es eher 15 Minuten waren) und hätten ihm nicht genug Platz zum überholen gelassen (kein Grund zu beschleunigen wie blöd).

Ein paar Mopeds halten, ein Mensch in Zivil stellt sich als Polizist vor, findet auch erst, dass wir doch Schuld hätten, findet dann aber, dass der andere Schuld hätte. Ein lautes, unangenehmes Durcheinander.

Wir erfahren, dass der Besitzer des  Landrovers das MASA Mountain Camp betreibt und Ricus heißt. Glück gehabt, dass wir da nicht hin wollten! 

Irgendwann fährt Ricus einfach los und wir versichern dem echten oder unechten Polizisten, dass wir jetzt auch weiter fahren und den Schaden später begutachten. 

Dafür ist die Mushroom Farm nett. Originelle Toiletten (Plumpsklo) und Duschen (warm vom Holzofen) mit Blick in die Landschaft, ein Stellplatz mit etwas Sicht auf Berge und Täler, ein paar Terrassen, auf denen sich gut sitzen läßt. Und einem einfachen Restaurant mit einem vegetarischen Abendessensangebot. Schöner Ausklang.