Tag 68: Ituba Campsite – North Luangwa NP – Kapishya Hot Springs
5:30 klingelt der Wecker. Wir wollen Becky starten bevor die anderen auf der Campsite losfahren und – wenn alles ok ist – eigentlich auch vor deren fünf Autos an der Pontonfähre sein, um nicht so lange warten zu müssen.
Alles gut! Und los geht’s.
Die Fähre ist ein kleines Abenteuer, aber wir sind ja nicht die ersten.
Vorab Paperwork, wie immer und überall. Bücher mit Listen und Einträgen. Und übrigens: Für uns ist es immer noch seltsam neben einem Menschen zu stehen, der ein AK47 geschultert hat.
Wolle manövriert Becky souverän über die Zufahrt aus Ästen auf die Pontonfähre selbst. Wackelt ganz schön und ist auch ganz schön knapp. Dann zieht uns Isaac als Fährmann auf die andere Seite. Und auch die Abfahrt erfolgt über eine Schicht von Ästen. Wie verrückt ist das denn.
Und dann queren wir den North Luangwa NP. Wir dürfen nur die Hauptpiste fahren und bekommen zur Kontrolle einen Tracker ins Auto. Auch hier ist es landschaftlich reizvoll und abwechslungsreich, aber auch hier sind kaum Tiere zu sehen.
Die Geschichte des Luangwa-Tales ist eine Geschichte der übermäßigen Wilderei – daran mag es liegen, dass sich die Tiere weit in die Wälder und das Hinterland des Parks zurückziehen. Es kann aber auch sein, dass man am Malweshi, an dem sich auch die Luxuscamps befinden, mehr Tiere sieht (es soll bspw. große Büffelherden geben) und die Querung einfach eine ungünstige Route ist.
Wir zahlen 65 US Dollar für den Spaß, was für die Durchfahrt ohne „Gamedrives“ erheblich zu teuer ist. Will man aber in den Norden, bleibt die Piste östlich bis Chama oder die LKW-Strecke westlich. So hatten wir zumindest die nette Ponton-Fähre.
Eigentlich wollten wir am Park-Ausgang (Mano Gate) im Samala Camp einen nächsten Stop einlegen, sind aber so früh, dass wir beschließen, zu den Kapishya Hot Springs weiter zu fahren.
Schlechte Straßen, kleine Dörfer, bettelnde Kinder. Ein Stück die T2 nach Norden bis Kakalantekwe. Hier gibt es keinen Diesel, was im Moment aber noch kein Problem für uns ist.
Kurz nach dem Abzweig zu den Hot Springs Geräusche, die nicht da sein sollten. Und es reicht ein kurzer Check: Wir haben eine der Schrauben der neuen Kabinenhalterungen verloren. Sch…! Mal wieder so was von selbst verschuldet. Immer wieder wollten wir die checken und immer wieder haben wir es vergessen. Also zurück in den Ort, so können/wollen wir die Ruckelpiste nicht fahren.
Nun lernen wir den Vorteil des „Lebens im Jetzt“ kennen. Wir fragen nach einem Hardware Shop, finden keinen, fragen einen LKW-Fahrer. Der pfeift jemanden herbei, der wiederum jemanden holt, der eine Schraube besorgen kann. Und zusätzliches Werkzeug hat. Nach einer halben Stunde liegt Wolle auf dem Vorplatz der Läden im Sandstaub auf dem Boden und schraub mit Unterstützung eine Staubox ab, die neue Halterungsschraube rein, die Staubox wieder dran. Man erledigt hier sowas sofort und da, wo man gerade ist. Nur eine ordentliche Unterlegscheibe fehlt, sollte aber erstmal eine Zeit so halten.
Wir schaffen es noch zu den Hot Springs, wobei der Besuch in dem alten britischen Herrenhaus Shiwa Ngandu auf der Stecke bleibt. Für alle, die mal in die Gegend kommen: Soll sich lohnen :-)
Wir tauchen erst einmal ab. 37 Grad warmes Wasser aus einer natürlichen Quelle – was für ein Genuß!
Und wir haben einen netten Stellplatz am Wasser, obwohl der Platz gestopft voll ist mit 13 Autos einer deutschen Reisegruppe auf historischen Pfaden sowie einer sambischen Farmersfamilie auf Wochenendtrip.
Zum Kochen haben wir keine Lust mehr, es gibt also einen Burger und eine Ramen-Suppe im „Pub“.