2017/08/24

Tag 26: Krasnoyarsk

 

Ich wache früh auf und komme so dazu, mal ein paar meiner Bilder zu sortieren. Und tagsüber/nachts schaffe ich es auch, ein paar Bilder über meinen iPhone-Access hochzuladen.

Der Tag vergeht in ziemlicher Untätigkeit - auch irgendwie entspannt. Meine beiden Motorradfahrer sind nicht wirklich aktiv, unsere Hosts müssen beide arbeiten.

Der junge Motorradfahrer studiert irgendwas womit er nur beim Militär Arbeit finden kann, wozu er aber keine Lust hat. Und so träumt er davon, irgendwo eine Motorradwerkstatt aufzumachen. Wir unterhalten uns mit Hilfe von Übersetzungsprogrammen unserer Smartphones und Computer. Und wir schaffen es auf diesem Wege sogar, uns über politische und soziale Fragen auszutauschen. 

Er erzählt mir abends noch, dass er eine kritische Meinung in Sachen Krim hat und dafür von der Schule verwiesen wurde. Ein Freund von ihm ist für das Teilen eines kritischen Links im Internet sogar zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. 

Spannend ist aber, dass unsere Gastgeber uns beherbergen, obwohl sie - so glaube ich - doch eher eine andere politische Auffassung haben.

Die junge Beifahrerin studiert etwas in der Art Bürogehilfin für Anwälte und es scheint, als ob sie dazu wenig Lust hat, aber angesichts ihrer Lebensumstände keine große Wahl hat.

Ich erfahre z.B. auch, dass Angestellte im medizinischen Bereich gerade mal 260 Euro im Monat verdienen. 

Die Wohnung hier ist zwar groß aber recht schrebbelig - nach unseren Maßstäben - und alles dann doch bescheidener als bei uns. Aber meine Gastgeberin war schon mal in Wien, Prag und Dresden - offenbar Standardziele der Russen. 

Nachmittags fahren wir dann zusammen noch mit dem Bus ins Zentrum, aber die Stadt ist nicht wirklich schön. Und da das Wetter regnerisch ist, ist die Stimmung insgesamt nicht so doll.

Ich werde morgen weiter Richtiung Barnaul fahren und habe dort auch schon mein Hotel gebucht. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und was mich in Kasachstan erwarten wird.