Tag 45: Svínafelli Campsite – Bragdavellir Camping
Früh hoch, quasi mit Wecker, das sind wir ja garnicht mehr gewohnt.
Um 9:10 sind wir wieder am Fjallsarlön und ja, für 9:30 gibt es noch Plätze.
Knapp 80 Euro pro Person und das ist es absolut wert:
Wir sind nur acht in einem Boot, sitzen mit Platz und bequem und haben etwa eine dreiviertel Stunde um die Fahrt auf dem Eissee und in der Nähe der Gletscherabbruchkante zu genießen. Das Eis ist etwa 700/800 Jahre alt, wenn es hier ankommt. Die blaue Färbung entsteht, wenn das Eis stark komprimiert ist bzw. frisch abgebrochen. Die dunklen Eisberge haben einen großen Anteil an Aschen oder Lava eingeschlossen. Und die Abbruchkante ist um die 30 m hoch.
Einfach schön und absolut beeindruckend. Wobei: Auch hier sieht man am Berg, dass der Gletscher früher wesentlich höher war.
Östlich des Jökulsárlón fahren wir noch eine grobe, holperige Schotter-Piste zum Breiðamerkurjökull. Riesige Geröllhalden, dunkle, rissige Eisfelder, tolle Sicht nochmal in die Berge.
Ein Abstecher nach Höfn (schlechter Kaffee, schlechter Kuchen, 26 Euro). Ein kurzer Stop an einem schwarzen Kieselstrand. Mehr Programm geht nicht mehr.
Wir fahren etwas weiter gen Nord-Westen und übernachten hoffentlich windstill und regenfrei auf der Bragðavellir Campsite. Viele Isländer hier. Wir lernen die Phrase „Þetta reddast” – was so etwas meint wie „geht schon” oder „so ist das Leben”, „wir können es eh nicht beeinflussen”. Und wir treffen tatsächlich Isländer, mit denen wir uns an einem Regenmorgen in Drangsnes die kleine Küche geteilt haben.
Zum Abendessen gibt’s Burger und ein paar Minuten des Halbfinales Frankreich - Spanien. Das ist alles ja ziemlich an uns vorüber gegangen …