Tag 43: Möðrudalur – Mjóanes

 

Der Wind nervt! Und wie! Das Zelt flattert, das Auto rüttelt. Doch vorn schlafen? Kurz nach dem Umzug wird der Schalter umgelegt und es wird – zumindest für eine Zeit – windstill. Also wieder ins Bett, liegt sich doch besser. 

Wir frühstücken im Windschatten des Autos. Geht gerade so. Wäre der heftige Wind nicht, wäre es fast frühsommerlich warm …

Wir begeben uns nochmal auf die Sand- und Lavapisten und fahren auf einer parallel verlaufende Straße wieder nach Süden. 

Der Hafrahvammagljúfur ist wohl der größte natürliche Canyon Europas. Einer der Gletscherflüsse des Vatnajökull nimmt hier seinen Lauf, wird allerdings von einem großen Damm am Karahnjukar gestaut. Durch die Schlucht fließt nur noch ein Rinnsal. Trotzdem: gewaltig!

Wir erhaschen in der Ferne einen Blick auf den schneebedeckten Snæfell (1.833 m) und in weiter Ferne auf die östlichen Gletscher des Vatnajökull National Park. Besser werden wir das leider nicht mehr kriegen. Die Sandstürme aus den Lava-Hochebenen umhüllen alles mit Dunst.

Und wo wollen wir heute schlafen? Es stürmt so stark, dass die Autotüren kaum auf- oder zuzumachen sind.

Also: Runter ins Tal. Mit der Hoffnung, dass dort weniger Wind ist. Die ersten beiden Zeltplätze am Lagarfljót sind gestopft voll mit Isländern. Die Wohnmobile und Hänger stehen wie Sardinen in der Büchse. Es heißt, dass „der Isländer” am Wochenende gerne der Sonne hinterher reist. Stimmt wohl.

Auf dem dritten Platz, Mjóanes (liegt nicht direkt am See), hat es noch viele freie Plätze und wir suchen uns eine hoffentlich windstille Mulde.

Btw: Ein Phänomen des Isländischen Wetters scheint, dass sich der Wind mitten in der Nacht entscheidet, die Richtung diametral zu wechseln. Sehr verrückt.