Tag 11: Vopnafjörður – Bakkafjörður – Þòrshöfn

 

Nieselregen. 

Also erst einmal Frühstück in der Gemeinschaftsküche. Das ist für uns komfortabler als in der Kälte, auch wenn die Markise uns einigermaßen vor Regen schützt. Und wie immer steigen die Partys in der Küche. Wir verquatschen uns mit Larry aus Massachusetts sowie Roland und Angelika aus Heilbronn.

Und wir werden von Erla aufgefordert, gerne im gegenüber liegenden Haus die kleine Sammlung zu ihrer Familiengeschichte anzuschauen. In erster Linie geht es um ihren Großvater Runólfur, der seit 1923 als alleiniger Postbote auf jeweils 10 Wintertrips und 5 Sommertrips die Gegend mit Post versorgt hat. Auf dem Pferd, mit Zugschlitten, auf Skiern aus Holz, mit Steigeisen unter den Schuhen. Im Winter war er bis zu 10 Tage unterwegs, wenn nichts schief ging.

Die kleine Sammlung von Fotos und Artefakten ist eindrucksvoll, die Erklärungen von Erlas Mann Haralður ergänzen die Texte und Erla gibt noch eine kleine musikalische Einlage mit der Akordeon. 

Wir fahren erst einmal quasi ein Stück zurück nach Osten. Der Hellesheiði ist tatsächlich den ersten Tag offen und wir sind neugierig, wie so eine Pass dann aussieht. Wolle ist ihn vor fünf Jahren bei besserem Wetter und später im Jahr schon einmal gefahren und war völlig begeistert. Nun gut. Die Sicht ist heute gleich null. Die Schneereste auf dem Paß dafür um so eindrucksvoller. 

Es regnet.

In Bakkafjörður gibt es einen wenig attraktiven Camping, einen Leuchtturm, den man nicht besuchen kann, einen kleinen Hafen, …

Und so fahren wir weiter bis Þòrshöfn. Der Camping ist ebenfalls winzig (2 Toiletten, zwei Duschen), aber der Ort hat einen Imbiss (in dem es später Pizza gibt) und ggf. bei Bedarf ein Schwimmbad.

Es regnet.

Im Norden auf der Landzungen Langanes gibt es eine Basstölpel-Kolonie. Wir fahren also die nach und nach holperiger und pfütziger werdende Küstenpiste, sauen uns das Auto ein, sehen Papageientaucher und die Basstölpel, machen zwei, drei Fotos bis die Kamera wegen der Nässe streikt, sind selbst komplett nass und durchgefroren und fahren die holperige und pfützige Piste wieder 30 km zurück. 

Es regnet.

Und wird hoffentlich im Laufe der Nacht etwas trockener.