Tag 29: Drangsnes – Ísafjörður
Das war eine miese Nacht. Es stürmt und regnet. Böen aus allen Richtungen mit mehr als 60 kmh rütteln das Dachzelt durch. Zum ersten Mal überhaupt klappen wir das Dach zusammen und verbringen die letzten Stunden vorn im Auto. Aber immerhin: Man sitzt besser als in der Holzklasse von German Wings :-) Und als am nächsten Morgen auch die Isländer etwas schlechtere Laune haben, fühlen wir uns nicht mehr so allein – die Gemeinschaftsküche ist proppenvoll.
In Holmavik decken wir uns mit Diesel und Lebensmitteln ein.
Und weiter in die Westfjorde – das Wetter ist nahezu überall gleichermaßen wechselhaft. Leider ist darum die Sicht nicht so doll, aber die Landschaft ist wirklich dramatisch schön.
In Reykjanes gibt es einen kleinen Camping, aber die überdachte Sitzgelegenheit liegt ungünstig im Wind und ist nass. Und das Hotel sieht irgendwie aus, als ob seit den 60ern nichts mehr daran getan wurde. Wir bleiben also bei Mittagsmüsli …
Auch der Camping in Suðavik ist ziemlich dem Wetter ausgesetzt – irgendwie wollen wir doch wieder eine Gemeinschaftsküche. Für’s draussen kochen ist zu lausig.
Wir fahren weiter nach Isafjörður. Auf dem Weg gibt es noch einen netten kleinen Stop in Litlibær. Ein altes Farmhaus aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts, als hier zwei Familien sesshaft wurden. In der einen Familie wurden 15 Kinder gezeugt, neun erreichten das Erwachsenenalter. In der der zweiten Familie wurden acht Kinder geboren, sieben von ihnen wurden erwachsen.
Da lustiger Weise heute ein paar der direkten Nachkommen auch hier Kaffee trinken (wir haben noch leckere Waffeln dazu), bekommen wir einen kleinen Einblick in die Familie. Der Kinderreichtum wird kommentiert mit „This is how you build a nation”.
Zudem lernen wir die beiden ausgesprochen sympathischen Neuseeländerinnen Moppy und Sally kennen.
Der Camping von Isafjörður liegt sehr schön; es geht etwa 4 km in ein Tal hinein direkt am Camping rauscht ein Wasserfall.