Tag 34: Þingeyri / F622
Wir machen Winterurlaub. In der Nacht hat es nur wenige Höhenmeter über uns geschneit. Und die Heizung hatte zu tun.
Irgendwann hat es endlich aufgehört zu regnen. Aber wir müssen die nächsten Tage einer Undichtigkeit auf die Spur kommen, die sich ausgerechnet mit Wasser in den Lampenhalterungen und Nässe auf den Polstern bemerkbar macht.
Die Wolken lichten sich ein wenig, der Tag soll so schlecht nicht werden, also machen wir uns auf, die Halbinsel zu umfahren. Die F622 ist bekannt dafür, dass sie schmal am Berg entlang führt und ein paar Meter (es sind wirklich nur wenige hundert) über einen Steinstrand führt. Bei hoher Tide nicht passierbar und auch heute für uns nicht machbar – wir rutschen auf den runden Steinen weg und stecken beinah im Kiesel darunter fest. Wolle und Becky hauen uns meisterlich raus und wir kehren um.
Allerdings nicht ohne vorher zu Fuß auf die andere Seite gegangen zu sein, wo einer von zwei VW Bussen feststeckt. Und zwar richtig. Blöder Winkel an einer höheren Steinschwelle mit der Gefahr, weiter nach unten gegen einen größeren Felsen abzurutschen. Der zweite Bus hat zum rausziehen nicht genug Power.
Es bleiben nicht viele Optionen: Wir fahren einmal rundum und versuchen zu helfen. Irgendwer von den Dreien macht sich auf und versucht auf einem Bauernhof Hilfe zu finden.
Letztendlich wird ein Rescueteam angefordert, das etwa gleichzeitig mit uns eintrifft.
Was lernen wir: Geröll kann echt fiese sein. Und Steine legen haben wir mit Afrika nicht hinter uns gelassen. Zwei Seilwinden sind besser als eine. Und beim Bedienen der Seilwinde den Motor nicht nur laufen lassen, sondern auch etwas Gas geben, damit die Batterie nicht entlädt. Und spannend, was die Winde zieht.
Interessant ist, dass dieses blöde kleine Stück Piste vor ein paar Tagen wohl noch zu befahren gewesen ist. Natur eben …
Nun aber zum Wichtigsten: Die Landschaft. Atemberaubend. Spektakulär. Dramatisch. Mit Worten kaum zu greifen. Wow. Was für ein toller Tag.
Abends gibt es kurz vor Toresschluss bei der Tanke für jeden von uns beiden zwei Hot Dog und für die rasenden, Rad fahrenden Briten, die wir immer wieder getroffen haben, ein schnelles Bier. Die zwei haben die 70 km inklusive Pass in fünf Stunden gemacht! Alle Achtung.