Tag 22: Arnarstapi – Stykkishólmur
Bis auf das Kreischen der Möwen in einer nicht dunkel werdenden Nacht haben wir gut geschlafen.
Wir trödeln uns von Viewpoint zu Viewpoint. Beeindruckend ist die Felsenge Rauðfeldsgjá. Man kann nicht sehr weit rein gehen, zu viel Wasser. Aber toll.
Eine kleine schwarze Kirche (bei Frambúðir) darf als Foto nicht fehlen – man hat ja seine touristische Liste abzuarbeiten.
Nett anzuschauen sind auch die Seehunde bei Ytri Tunga.
Man braucht eigentlich keinen Reiseführer, die Klumpenbildung von Autos weist einem den Weg zu den Sehenswürdigkeiten.
Dass man Tickets für Museen lange im Vorhinein online buchen muss, dass Städte einfach zu voll mit Touristen sind, daran hat man sich irgendwie schon gewöhnt. Dass Landschaften mit Touristen überlaufen sind, damit umzugehen fällt uns noch schwer.
Und leider sind wir nicht nur zu viele, leider benehmen sich einige von uns auch nicht so richtig gut. Drohnen werden direkt vor dem Verbotsschild gestartet, Toilettenpapier verschandelt die Landschaft, im Wettkampf um das tollste Foto werden Landschaften nieder getrampelt und Seehunde bedrängt.
Aber die Touristen bringen viel Geld ins Land. Uns wurde gesagt, dass es inzwischen eine Haupteinnahmequelle ist. Und das ist die Ambivalenz. Bei den Preisen und Umsätzen könnte man ein wenig mehr in die Infrastruktur investieren. Die Campings sind fast alle mit zu wenigen Sanitär-Einrichtungen ausgestattet, nicht nur einmal saubermachen wäre angenehm, Windschutz oder eine Überdachung eine prima Idee; öffentliche Toiletten sind rar, usw.
Ein wenig das Cash-Cow-Feeling von Afrika …
Wir wählen die #55 über die Berge zurück in den Norden um noch ein wenig Landschaft zu genießen. Und wir erfreuen uns an einer kleinen Vulkankegelbesteigung mit spektakulären Farben.
Der Kreis schließt sich, wir übernachten nochmals in Stykkisholumur. Ist zwar ein Umweg von je 50 km hin und zurück, aber die Sicht heute ist schön.
Mit zwei Tagen Verspätung zelebrieren wir unseren 28. Jahrestag mit einem leckeren Essen und erinnern uns, dass wir vor einem Jahr am Lake Tanganjika waren. Wahnsinn.