Mittwoch, 11.05.2016

Von Sarajevo über Mostar nach Klek

 

Den letzten gemeinsamen Reisetag mit dem Motorrad fahren wir zunächst mal von Sarajevo nach Mostar. Das Wetter ist uns mal wieder nicht so sehr gewillt und es hat heute auch noch einigen Lastwagenverkehr.

Markus, der vor mir fährt, ist flott am Überholen und ich ihm hinterher. Nach einem Tunnel überholen wir bei doppelt durchgezogener Linie und - oh, oh - da steht ein Polizeiauto und winkt uns zum Anhalten. Ich denke gleich an mein Erlebnis mit dem überfahrenen Stopschild in Spanien letztes Jahr. So was kann teuer werden, das weiß ich aus Erfahrung. Wir wollen hier aber auch nichts abstreiten. War ja ganz offensichtlich. "Wir haben ein Problem", meint der eine der beiden Polizisten, der glücklicherweise Englisch spricht. Wir müssen zum Bezahlen der Strafe zu einer Bank oder einem Postbüro und dann wieder zurück zu ihnen, um den Beleg vorzuzeigen. Ich frage, wo denn die nächste Einzahlstelle ist. Tja, die ist wohl 15 Kilometer weiter. So ein Mist, das bedeutet natürlich nicht nur Geld loszuwerden, sondern auch noch einen erheblichen Zeitaufwand. Ein Postamt oder eine Bank finden, das Geld einzahlen, wieder zurück. Ufff! Das ist schon blöd. Der Kollege hat sich ins Auto gesetzt, um uns das Strafmandat zu schreiben. Markus fragt unseren Gesprächspartner, wie hoch die Strafe denn sei. Da fragt er uns, ob wir Touristen seien. Ja, antworten wir. Und dann signalisiert er uns, wir sollen weiterfahren. Wir unterhalten uns noch ein wenig mit ihm. Alles sehr freundlich. Wir sind erleichtert und beschwören, dass wir unsere Lektion gelernt haben. Da haben wir ja noch mal Glück gehabt!

Wir erreichen Mostar um die Mittagszeit. Es sind nicht ganz so viele Touristen hier, wie es im September vor 3 Jahren war. Der Motorradparkplatz ist derselbe, den ich schon damals genutzt habe und der Preis ist gleich geblieben (5 Euro pro Motorrad, allerdings mit der Möglichkeit, seine Sachen in der Bar direkt daneben zurückzulassen).

Wir haben ein in jeder Hinsicht recht bescheidenes Mittagessen und laufen ein wenig in der Gegend um die "Alte Brücke" umher, machen uns dann aber bald in Richtung Klek auf, wo wir am Nachmittag ankommen und unsere Motorräder wieder in die Garage von Alfiyo stellen.

Fürs Abendessen machen wir uns mit dem Auto auf, das den 2-wöchigen Aufenthalt hier an der Mole auch unbeschadet überstanden hat. In Klek selbst hat immer noch kein Restaurant geöffnet. Die Saison wird erst so richtig Mitte Juni losgehen.

Wir wollen ein anderes Restaurant aufsuchen als das letzte Mal und suchen erfolglos ein wenig umher bis wir an einer Polizeistreife, die eine Radarkontrolle in der Gegenrichtung macht, treffen, die ich vorschlage, einfach nach dem nächsten guten Restaurant zu fragen, was ich natürlich dann auch tue. "Polizei, Dein Freund und Helfer" heisst es doch so schön. Und wir hatten doch heute schon mal eine nette Begegnung mit Polizisten. Die beiden sind auch ausgesprochen bemüht. Empfehlen uns erst ein Restaurant, das allerdings noch 20 Kilometer entfernt ist. Dann kommen sie auf eine andere Idee und rufen bei einem Restaurant an, das nur 1,5 Kilometer entfernt ist und noch frischen Fisch für uns hat. Da können wir auch ein gutes Bier trinken, meint der eine Polizist. Nun gut, dann werden die Jungs wohl auf unserer Heimfahrt auch ein Auge zudrücken und Markus nicht pusten lassen?!

Wir folgen also der Empfehlung der Polizei zum zweiten Mal heute und kehren bei dem Restaurant ein, und bestellen uns eine Fischplatte. Wieder mal sehr lecker!

Auf dem Heimweg achten wir darauf, dass wir nicht zu schnell an der Stelle unterwegs sind, wo unsere Kumpel von der Polizei mit der Radarpistole hantierten. Aber die scheinen auch schon Feierabend gemacht zu haben.