15.01.2010, Freitag

Heute steht Packen auf dem Programm, unsere Rundreise beginnt. Brigitte die Packfee kümmert sich um die Koffer und ihre Inhalte, Wolle erledigt noch Mails und checkt, ob er mit Günters UMTS-Stick ins Internet kommt. Es scheint zu klappen.

Um viertel vor 11 Uhr kommt Günter holt uns mit seinem Auto im Hotel ab. Wir zahlen, wobei nach unserer Meinung das Hotel viel zu wenig berechnet und mit der Anzahlung von Günter durcheinander gerät. Demnach haben wir für 5 Nächte und das Wäsche waschen nur 8-9 Tausend NT$ bezahlt. Eigentlich müssten das mehr sein und wir werden sehen, ob das Hotel noch etwas nachfordert.

Mit Günter machen wir uns erst mal auf zu einem Stempelladen für chinesische Namensstempel. Wir suchen zwei zueinanderpassende Steine aus grauem Marmor als Stempel aus, auf denen unsere chinesischen Namen graviert werden sollen. Die Gravur nimmt ein entsprechender "Meister" per Hand vor. Wir müssen uns also überraschen lassen, was wir bekommen, wenn wir wieder in Taipei sein werden und hinterlassen zwei Visitenkarten mit unseren chinesischen Namensversionen.

Danach fahren wir zu Günters, Sheng-chings und Katharinas Wohnung und deponieren dort unsere Koffer. Wir müssen noch den Mietwagen abholen.

Wagemutig stürzt sich Wolle in den Verkehr Taipeis. Wir haben einen geräumigen Wagen, glücklicherweise, denn es kommt doch einiges an Gepäck für die vier Passagiere zusammen und man sitzt in dem Ding wirklich bequem!

Nachdem wir das Gepäck von Günters Wohnung abgeholt haben, fahren wir zur Europäischen Schule, wo Katharina in den Vorschulkindergarten geht. Pünktlich kommen wir dort an. Es ist herrliches Wetter, Sonnenschein und warm.

Los geht unserer Rundreise hinauf auf den Yangmingshan National-Park 陽明山國家公園 Yángmíngshān guójiā gōngyuán, einer Berglandschaft nordöstlich von Taipei. Zwischendurch hat man herrliche Blicke hinunter auf die Stadt und den Fluss 淡水 Dànshuǐ.

Wir machen einen ersten Halt an Schwefeldämpfen, die aus dem Berg (Sieben-Sterne-Berg 七星山 Qīxīngshān) herausströmen, vernehmlich zischen und stinken. Unser Zwischenziel aber sind heisse Quellen, die Günter erst nach mehreren Ausflügen in den Yangmingshan National-Park 陽明山國家公園 Yángmíngshān guójiā gōngyuán gefunden hat. Wir stellen das Auto an der Hauptstraße ab und gehen zu Fuss den Trampelpfad hinauf zu den Quellen. Auf dem Weg treffen wir immer wieder Einheimische, die verwundert fragen, woher wir denn von diese Quellen wüssten. Hier ist man schon im Yangmingshan-Nationalpark und darf eigentlich nicht in den Quellen baden, es ist offiziell sogar mit einem Bußgeld belegt. Trotzdem ist hier eine kleine Infrastruktur entstanden, mit improvisierten Umkleidekabinen, abgehängt durch Plastik und Handtücher und innen immerhin mit dem Hinweis, dass man sein großes oder kleines Geschäft bitte nicht hier erledigen solle. Die Quellen sind recht nett angelegt und es gibt mehrere Bassins mit verschieden heissem Wasser und es ist wirklich viel los. Wir versuchen uns nur im kühlsten Becken, denn wir merken schnell, dass das schon ziemlich auf den Kreislauf geht. Nach 10 Minuten wird einem schon fast ein wenig schummrig. Also besser nicht übertreiben! Allmählich ist es fast wird es fast schon dunkel, voraus schauender Weise hat aber Günter eine Taschenlampe dabei. Wir ziehen uns um und gönnen uns noch ein kleines Picknick und machen uns auf den Rückweg. Eine richtige kleine Nachtwanderung.

Unser Ziel für diesen Tag ist Keelong 基隆 Jīlóng an der Nordostküste. Unter anderem ist es bekannt für seinen Nachmarkt - das Hotel liegt unmittelbar in der Nähe. Nach dem ziemlich komplizierten Einparken des Wagens durch eine Gasse auf einen Minigaragenparkplatz und einem kurzen Einrichten im Hotel machen wir uns zu einem kulinarischen Streifzug über den Nachtmarkt auf. Erst mal ein Saft, dann ein paar crepes-artige gefüllte und gut gewürzte Fleisch- bzw. Gemüse-Rollen in die Hand und später eine hiesige Spezialität: Austernomlet. Nicht nur Katharina wird nun müde, auch wir Erwachsenen beschliessen, dass es für heute gut ist. Schwefelgerüche abduschen, Fotos sichten, ein wenig schreiben ...