5.1.2010, Dienstag

Abreise nach Shanghai. Es heisst früh aufstehen, denn wir wollen gegen 8 Uhr das Hotel verlassen und uns zum Flughafen aufmachen. Immer noch liegt Schnee, so dass wir lieber zeitig los wollen. Ein bisschen Warten und ein bisschen Gejammere und ein Taxi, das eigentlich für einen anderen Gast bestellt war, nimmt uns auf. Wir benötigen ungefähr eine Stunde bis zum Flughafen, Kosten 110 元 Yuán, also ca. 12 Euro.

Einchecken ist unproblematisch, keine große Schlange. Wir gönnen uns unseren zweiten Starbucks-Cafe auf dieser Reise. Wir versuchen mal wieder vergeblich über WLAN ins Internet zu kommen - irgendwann will Wolle es noch erleben, dass das mal komplikationslos klappt. Aber andere Ausländer schaffen es auch nicht, einen WIFI-Access zu bekommen ...

Der Flug ist nur ein wenig verspätet und wir kommen mit etwa 20-30 Minuten Verspätung in 上海 Shànghǎi auf dem Inlandsflughafen Shanghai Hongqiao Airport (上海虹桥机场 Shànghǎi Hóngqiáo Jīcháng) an. Wir haben also mal wieder Glück gehabt. Das Gepäck ist rasend schnell da, das Abenteuer Shanghai kann also beginnen.

Die Taxis stehen am Flughafen in fünf Spuren zu Verfügung und Anweiser regeln die Taxi-Fahrgastzuordnung, das geht ziemlich flott. Dieses Mal ist Wolle schon etwas versierter mit dem Taxifahrer. Der gibt zwar vor den Strassenamen 河南中路 Hénán zhōnglù (eine der Hauptstrassen in der Nähe des Bunds!) nicht zu verstehen, aber nachdem Wolle ihn erst mal angemotzt hat, dass er gefälligst die Taxiuhr (打表吧!dábiǎo ba!) anstellen solle, ihm das iPhone mit der Hoteladresse unter die Nase gehalten hat, wir demonstrativ die Strassenkarte ausgepackt haben und Wolle die vorbeiziehenden Strassennamen in Chinesisch nuschelt, ist ihm wohl klar, dass heute kein Reibach mit den dummen Ausländern zu machen ist.

Wir kommen also relativ schnell ins Hotel dem The Westin Bund Center, Shanghai (上海外滩中心威斯汀大饭店 Shànghǎi wàitān zhōngxīn Wēisītīng dà fàndiàn, Adresse: 外滩中心,河南中路 88 号), das super liegt und dessen Ausstattung toll ist. Ein Zimmer zum Wohlfühlen. Wir machen sogar ein paar Fotos davon und Brigitte ist sofort klar, dass sie wenigstens einmal in der Badewanne mit Aussicht baden wird.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, ziehen wir am späten Nachmittag/frühen Abend zu einer ersten kurzen Erkundung los. Erst mal natürlich an den Bund 外滩 Wàitān, der allerdings eine große Vor-Expo-Baustelle ist. Das wird uns vermutlich noch ein paar Mal begegnen, solche Baustellen. Und das macht die Verkehrssituation nicht besser, da man eh schon höllisch aufpassen muss. Bekommt man als Fußgänger grün, haben trotzdem die abbiegenden Autos aus egal welcher Richtung noch immer Vorfahrt! Erstaunlicherweise sind übrigens in Beijing und Shanghai total viele Menschen auf Elektrorädern und Kleinrollern unterwegs. Und auch auf die muss man aufpassen, weil man sie nicht hört.

Wir schlagen uns in Richtung 南京路 Nánjīng lù, wo wir uns in immer größeren Süssigkeiten- und Spezialitätenläden vergnügen und einige Süssigkeiten kaufen. Vor allem haben es uns die Mondkuchen (月饼 Yuèbǐng) angetan, die es mit verschiedenen leckeren Füllungen gibt, zum Beispiel einer süsslichen Rote-Bohnen-Paste. In einer der Seitenstrassen der 南京路 Nánjīng lù, der 山西南路 Shānxī nánlù finden wir ein kleines einfaches Restaurant 德兴面馆山西店 Déxìng miànguǎn Shānxīdiàn (Hausnr. 199), das es nicht nötig hat, einen Kundenfänger vor der Tür einzusetzen, weil es schon recht voll ist. Das Essen ist mal wieder sehr lecker!

Auf der Strasse wird man hier dauernd von Uhrenverkäufern (wer braucht so viele Uhren?) angequatscht, die man hartnäckig abwimmeln muss.

Irgendwann werden uns die ca. 0 Grad in Shanghai zusammen mit dem kalten Wind aber trotz der Peking-Abhärtung doch zu kalt und wir gehen sind schon so gegen 20 Uhr wieder ins Hotel. Dort entschliessen wir uns noch, das Schwimmbad im dritten Stock, mit Glaspanorama-Fenster auf die Hochhäuser und in den Himmel zu nutzen, was uns ganz gut tut und die nötige Müdigkeit und Entspannung für einen guten Schlaf bringt.