Mittwoch, den 23.03.

Nach dem Frühstück und den letzten Vorbereitungen mit Günters Hilfe geht es mit dem Leihauto los! Günter hat es am Tag zuvor bereits abgeholt. Dank seines Navigationsgerätes kommen wir fast völlig streßfrei aus der Stadt raus. Wolle ist total cool! Wir fahren etwa 40 km bis Yingge 鶯歌 Yīnggē, wo wir Keramikläden mit mehr oder weniger traditionellem, mehr oder weniger hübschen (mehr weniger, denn mehr) Keramiken abbummeln. Yingge 鶯歌 Yīnggē ist ein Zentrum der Keramikindustrie und besitzt ein Keramikmuseum, das wir ebenfalls besuchen, ganz nett, nach einer Stunde hat man aber auch das interessanteste gesehen. Abstecher in den Museumshop (Günter, Deine Reiseführer übertreibt!).

Danach gehen wir doch nochmals in die Ladenstraßen und erstehen eine hüsche rote Vase für Wolles Mutter und für uns ein paar nette Alltagsschalen. Es ist doch recht kalt und wir haben Hunger und versorgen uns bei Seven eleven - gut so, wie sich später herausstellen sollte. Weiter in Richtung Sanxia 三峽 Sānxiá jenseits der Autobahn und Besuch des 三峽祖師廟 Sānxiá zǔshī miào, eines sehr detailreich ausgestatteten Tempels. Kleiner Spaziergang durch die nähere Umgebung, unter anderem durch die restaurierte und als Fussgängerzone aufgewertete "Alte Straße von Sanxia" 三峽老街 Sānxiá lǎo jiē und als Wegverpflegung schließlich noch einen leckeren Zwiebelpfannkuchen 蔥油餅 Cōngyóubǐng in die Hand.

Als wir ans Auto zurückkommen: Ticket am Auto?! Zumindest hängt da ein Zettelchen dran, dass man irgendwas bezahlen soll. Glücklicherweise saust gerade die Politesse noch mal vorbei und Wolle quatscht diese gleich an, wie damit umzugehen ist und findet heraus, dass man seine Parkgebühr mit dem Zettel wohl im Seven eleven bezahlt. Nachdem Wolle sich genügend hilflos gezeigt hat (wo ist denn der nächste Seven eleven?) übernimmt die Politesse den zu zahlenden Betrag und die Quittung und verspricht das zu erledigen. Wolle und die Politesse unterhalten sich noch angeregt über alles Mögliche und unsere weitere Reiseplanung.

Wir haben ganz schön viel Zeit vertrödelt und fahren daher auf der Autobahn weiter, zumal es eh gegen 18.00 Uhr dunkel wird. Wir kommen gerade noch rechtzeitig im buddhistischen Kloster 獅頭山勸化堂Shī tóushān quànhuà táng an, wo wir übernachten wollen und wo uns Günter telefonisch angekündigt hat. Als Wolle fragt, wann geschlossen würde, da wir noch nichts gegessen hätten, bekommt er von der Chefin des Hotels ein herzhaftes 糟糕 zāogāo Mist zu hören. Insgesamt macht die Unterkunft einen eher abweisenden Eindruck. Nach dem Hochschleppen des Gepäcks vom Parkplatz betteln wir noch um ein paar Teebeutel und plündern die 7/11-Tüte. Chips, Nüsse, Schoko, das muss als Abendessen reichen, aber es ist OK. Die Unterkunft ist sehr schlicht und sehr leise. Wir sind gespannt, welche Ausblicke wir am Morgen haben werden. Mal sehen, ob es noch etwas Teewasser gibt. Bei 1120 NTD Übernachtungspreis inkl. Frühstück (rund 35 Euro) ist auch nicht zu viel zu erwarten. Der erste Tag "allein" ging ziemlich super! Nachts ist es absolut totenstill!