20.01.2010, Mittwoch

Nach einer ruhigen Nacht und morgendlichem Datenaustausch für einen Job zwischen Wolle und Günther von Zimmer zu Zimmer geht es weiter über 霧社Wùshè und 埔里 Pǔlǐ zum Sonne-Mond-See 日月潭 Rìyuètán.

Wir kommen dort bei bestem Wetter bereits mittags in 水社 Shuǐshè an und beschließen, als erstes mit dem Schiffchen den See zu überqueren. Es ist irgendwie schwer ersichtlich, welches Schiff zu welchem Preis wann wohin fährt. Auch die Fahrt selbst dann etwas unorthodox: Erst zu einer kleinen Insel im See, die den Ureinwohnern als letztes Stück Land ihrer einstigen Besiedlung zwischen den ehemals getrennten zwei Seen heilig ist. Dort kann man kurz aussteigen. Dann geht es es zum Ufer zu einem Tempel, von dort wieder zur Insel, dann wieder zum Tempel und dann endlich nach 伊达邵 Yīdáshào, wo wir erst einmal zu Mittag essen.

Danach fahren wir mit einer Gondelbahn zum Formosan Aborigine Culture Village. Wir sind dann doch schon wieder recht spät und werden nicht mehr mit der Seilbahn zurück kommen - man vertrödelt ordentlich Zeit. Dafür ist die Anlage, eine Mischung aus Museumsdorf und Vergnügungspark, nicht mehr so überfüllt. Es scheint hier ebenso wie in Neuseeland sehr fraglich, was historisch belegt ist und was folkloristisch aufgemotzt wird, authentisch wirken eigentlich in erster Linie die unterschiedlichen Gebäude und Hütten.

Gegen 18.30 erwischen wir noch einen Bus zurück nach 水社 Shuǐshè, bummeln dort ein wenig und suchen uns bei einem Tee eine Unterkunft. Sie liegt auf der Uferseite nahe bei 伊达邵 Yīdáshào, wo wir bereits per Boot waren und wir bekommen im Youth Activity Center zwei kleine lauschige Holzhütten für je 2.800 NT$. Wir essen recht spät im Ort noch zu Abend und sinken dann in die Betten.