9.1.2010, Samstag

Nach einer gut durchschlafenen Nacht wachen wir einigermassen erholt auf, nehmen uns aber für den letzten Tag in Shanghai nicht mehr allzuviel vor. Wir wollen uns durch das Gebiet der ehemaligen französischen Konzession treiben lassen (卢湾 Lúwān).

Am Morgen haben wir gleich eine Reservierung für ein zweistündiges Massage-Verwöhnprogramm (für unglaubliche ca. 23 Euro pro Person) für 16 Uhr abgemacht.

Danach schlendern wir wie viele Chinesen an diesem Tag auch durch den Fuxing-Park 复兴公园 Fùxīng gōngyuán. Hier sitzt man zusammen zum Karten- oder chinesischen Schach spielen, wobei sich immer eine kleine Menschentraube darum sammelt. Oder man sitzt auch einfach in der Sonne und schaut dem Treiben im Park zu. Manche machen Taiji 太极 Tàijí, Kampfsport-artige Übungen oder einfach nur Dehn- und Lockerungsübungen. Es gibt eine Ecke mit Kinderangeboten und Karussel. In einer anderen Ecke des Parks stehen einfach nur Trauben von Menschen zusammen und halten ihre Schwätzchen. In der landschaftlich mit Hügeln und Steinen etwas geschützteren Ecke halten sich vermutlich eher die Frisch-Verliebte auf. Wunderbar einfache Vergnügung!

Auf unserem Programm steht noch das Wohnhaus von Sun Yat-sen, des Gründervaters der Republik China. Das Haus liegt im ehemaligen französischen Distrikt gibt einen Eindruck, wie man um die Zeit der 20er Jahre in Shanghai (gutbürgerlich) wohnen konnte. Für Brigitte eröffnet die Ausstellung über Sun Yat-sen einen neuen historischen Aspekt über China, der Wolle natürlich geläufiger ist - mit seinem Wissen und den englischen Texten ist das Ganze sehr informativ.

Die Zeit bis zu unserem Massagetermin vertreiben wir uns dann in einem Cafe mit mindestens 50% Ausländeranteil, in dem wir mit dem iPhone problemlos schauen können, wie das Wetter in den nächsten Tagen in Taipei werden soll: Wir sollen von der Sonne bei 24 Grand empfangen werden.

Zwischen den Stationen des heutigen Tages streifen wir zu Fuss durch die Strassen und sehen immer wieder neue interessante Motive und Perspektiven. Aber wir merken schon allmählich etwas Stadtmüdigkeit, so dass wir, hätten wir noch einen weiteren Tag in Shanghai, diesen für einen Ausflug in die Umgebung nutzen würden. So war es ja ursprünglich auch geplant, wenn wir gesundheitlich nicht doch noch etwas angeschlagen gewesen wären. Auch die schicken Malls und Shoppingzonen erschöpfen sich und wir haben keine Lust mehr, den Shanghai-Barbie-Shop zu suchen ... Den Vogel- und Insektenmarkt, den wir als Kontrast gerne noch gesehen hätten gibt es - zumindest an der im Plan eingezeichneten Stelle - nicht mehr.

Essen gehen wir am Abend in das Restaurant, in dem wir schon am ersten Abend gut gegessen haben. Wolle lässt sich von der Chefin an der Kasse die Adresse geben, für den Fall, dass wir nochmal nach Shanghai kommen sollten. Ein letzter Bummel über die Nanjinglu und noch ein Mondkuchen in die Hand. Schon mehr oder weniger der Abschied von Shanghai.

Wir sind wieder einigermassen zeitig im Hotel zurück, da noch Packen angesagt ist und eine Nacht gut schlafen uns sicher noch mal gut tun wird. Wir freuen uns auf die Weiterreise nach Taiwan und auf das morgige Wiedersehen mit Günter und seiner Familie.