Tag 16: Parkplatz - Dawson City

 

Morgens stehe ich früh auf und fange an, meine Sachen zu sortieren und einiges am Motorrad zu befestigen. Leider hat auch das Navi Schaden genommen, das Display ist beschädigt und es nicht mehr zu bedienen. Mal sehen, wenn ich es anlasse, ob es noch Tracks aufzeichnet, prüfen kann ich das dann wohl erst zu Hause. Ärgerlich, die Suche nach Campingplätzen, Tankstellen und meine Planungen den Tag über werden somit deutlich schwieriger.

Blöderweise hab ich heute Morgen auch einen Platten hinten. Ich ärgere mich natürlich über den Sturz, bin aber auch ganz froh, dass ich ausser ein paar blauen Flecken nichts abbekommen habe und die Maschine grundsätzlich funktioniert.

Ian stößt noch dazu, der uns auf dem vollen Campingplatz vergeblich gesucht und dann dort auf dem Parkplatz übernachtet hatte und er ist mir auch heute beim Reparieren eine sehr große Hilfe. Zu zweit geht einem alles besser von der Hand und gemeinsam überlegen wir, was wie geht. Nachdem unsere holländischen Freund ein Frühstück bereit haben, das mich zu Tränen rührt, brechen die beiden dann auf zu Ihrer Wanderung und lassen mir einen 2. Schlüssel für das Wohnmobil da, damit ich schauen kann, wie ich was von meinen Sachen mitnehmen kann und was sie mir im Wohnmobil nach Dawson City mitnehmen sollen. Ein grandioses Entgegenkommen. Ian und ich arbeiten noch etwa bis 14 Uhr, packen dann ein paar Sachen in das Wohnmobil.

Es ist eine tolle Erfahrung, in einer solchen Situation nicht nur tatkräftige Hilfe zu bekommen, sondern auch noch nette und bereichernde Gespräche mit interessanten Menschen führen zu können.

Ian und ich fahren dann gemeinsam los nach Dawson. Ich laufe erst einmal die Information an auf der Suche nach einer Werkstatt. Leider findet sich gar niemand und da es bereits 5:00 pm ist und ab 5:30 auch keiner mehr erreichbar, muss ich die Werkstattfrage auf morgen verschieben. Wir waschen unsere Motorräder und ich kaufe mir einen 55l-Packsack (55 Dollar) als Ersatz für das kaputte Topcase.

Was ich dann tun muss: Der Bügel für das Topcase ist verbogen und muss soweit gerichtet werden oder ab, dass die neue Packtasche darauf geht. Ich muss den Schnabel irgendwie wieder befestigen. Die Blinker müssen wieder dran und ein Blinkerkabel muss repariert werden.

Wir kommen in einem Motel etwas ausserhalb von Dawson unter, neben dem ein Platz für Wohnmobile ist, den unsere Freunde später anlaufen werden. 

Abends fahren wir zusammen nach Dawson zum Essen in ein griechisches Lokal, lecker mit Vorspeise und Hauptgang. 

Ergänzung der Daheimgebliebenen:

Wolle hatte angekündigt von Fort McPhearson bis Dawson durchfahren zu wollen. Der Spot bleibt irgendwo stecken und ich denke, na gut, die Strecke war zu lang. Komisch, dass er nicht nach Engineer Creek durchgefahren ist, aber vielleicht war ja auch der Zeltplatz voll.

Am nächsten Tag tut sich nichts, aber vielleicht ist ja auch die Batterie des Spot alle.
Oder es gibt ein Problem mit dem Motorrad und Wolle muss auf einen Lift/einen Pickup warten.

Irgendwann kommt Sorge auf, denn egal wie man es rechnet, müsste Wolle in Dawson angekommen sein und Netz haben. So weit ist die Strecke vom letzten Spot-Signal aus nicht.

Nach etwa 22 Stunden ohne Signal (und somit einem Tag Verzögerung) manifestiert sich der Gedanke, dass etwas passiert sein könnte. Also entscheide ich mich Trevor zu kontakten und nach einer Einschätzung zu fragen. Sein Feedback ist wie aus dem Leerbuch für Krisenmanagement.

Zur Beruhigung: The road is busy. Wolle sollte also Hilfe finden, wenn etwas passiert ist.
Zur Entspannung kleine Witze.
Und Aktivität: Er fragt bei der Polizei von Dawson an, ob die Strecke vielleicht gesperrt oder etwas über einen Unfall bekannt ist. Dem ist nicht so.

Gegen 2 Uhr nachts CEST meldet sich Wolle endlich. Für Werner und mich ein etwas nervenaufreibender Abend und eine ziemlich kurze Nacht. Leider war eine OK-Meldung per Spot am Abend nach dem Unfall auch nicht rausgegangen und am Folgetag hatte Wolle den Spot vergessen anzuschalten …