Mittwoch, 04.05.2016

Von Shkodra nach Berat

 

Da Markus meint, dass er mindestens 2 Tage benötigt, um wieder auf die Beine zu kommen, plane ich erst mal einen Ausflug in den Süden zu machen. Alleine möchte ich nicht so gerne die schwierigen offroad Strecken im Norden fahren. Es ist auf jeden Fall besser, so etwas zu zweit zu tun.

So habe ich mich entschieden, dass es erst mal nach Berat geht, von dem ich glaube, dass ich noch nicht dort gewesen wäre, was sich allerdings als eine falsche Erinnerung herausstellen soll. Wir waren auch schon bei der Reise 2013 dort gewesen, allerdings hatten wir damals eigentlich nur die Burg angesehen und dort nach einem Mittagessen noch ein Nickerchen gemacht. Durch den Ort selbst sind wir damals nur durchgefahren.

Die Strecke an diesem Tag ist eher unspektakulär. Ausserdem bin ich sie schon einmal gefahren. Schon um die Mittagszeit komme ich in Berat an und fahre zum Hotel Rezidenca Desaret, das ich mir ausgesucht habe.

Die englischsprechende junge Rezeptionistin hat sich gerade küssendeweise von ihrem Freund verabschiedet und kommt gleichzeitig mit mir an. Ich sage ihr, dass ich mir gerne die Zimmer anschauen möchte, aber erst bei einem kleinen Mittagessen entscheiden möchte, ob ich heute noch weiterfahre oder nicht. Die Zimmer sind toll und ich bin eigentlich auch schon vor dem Essen entschieden, hier einen Nacht zu verbringen. Als sie mir das vorzügliche Essen bringt, meint die Rezeptionistin, dass der Eigentümer den Preis für das Zimmer von 30 auf 25 Euro gesenkt habe, da das Hotel erst seit einer Woche wieder geöffnet hat. Überall ist noch Nebensaison. Noch ein Grund mehr zu bleiben.

Ein Blick in meine Mails während des Mittagessens bestätigt mich in meinem Entschluß zu bleiben. Ich habe einiges zu tun und so komme ich erst mal die nächsten zwei Stunden nicht mehr aus meinem Hotelzimmer raus, von dessen Balkon ich einen wunderbaren Blick auf den Stadteil Mangalem habe, dem die Stadt die Bezeichnung „Stadt der tausend Fenster“ verdankt, da die Fassaden zum Tal alle große Fenster besitzen.

Ich mache mich am Nachmittag zu einem Spaziergang hoch zu Burg auf, die ich diese Mal aber nicht besuche, sondern die ich nur umrunde, um dann anschließend noch den Stadtteil Gorica zu durchstreifen und mir dort zwei Kirchen/Klöster anzuschauen.

Auf dem Rückweg zum Hotel fängt es wieder mal an zu regnen. Ich bringe mich unter den Sonnenschirmen, heute aber eher den Regen abschirmend, eines Cafés/einer Bar in Sicherheit und bestelle ein Entspannungsbier, das ich mir nach der vielen Arbeit am Nachmittag verdient habe.

Es will gar nicht aufhören zu regnen. Nachdem ich das Passwort fürs Wifi erfragt habe, kommuniziere ich eine Weile mit Brigitte zu Hause. Der Regen nimmt ein bisschen ab und so mache ich mich dann endlich wieder zum Abendessen ins Hotel auf, nicht ohne noch ein paar Sehenswürdigkeiten auf dem Weg anzuschauen.

Das Abendessen fällt - vermutlich wegen eines sprachlichen Missverständnisses, da die englischsprechende Rezeptionistin nicht mehr da ist, nur noch das vermutliche Eigentümer-Ehepaar, das leider nur rudimentär Englisch spricht und versteht - etwas spärlich aus und anstelle des bestellten Rotweins bekomme ich ein Glas Weisswein, der mich ziemlich ausknockt.